Fast jeder TBW-Kandidat, der gerade an seiner Projektarbeit sitzt, stellt sich diese Frage. Und fast niemand bekommt eine klare Antwort — weder vom IHK-Merkblatt noch von Kommilitonen.
Die kurze Antwort: Ja, du darfst. Aber mit Bedingungen, die du kennen musst. Und mit einem Tool-Tipp, der vielleicht überrascht.
Was sagt die IHK zur KI-Nutzung?
Die meisten IHKs haben inzwischen klare Regelungen zum Einsatz von KI-Tools. Die Kernbotschaft ist überall ähnlich: KI-Nutzung ist erlaubt — aber sie muss transparent dokumentiert werden.
Die TBW-Projektarbeit soll deine eigenständige Leistung zeigen. Das bedeutet: Fachliche Inhalte, Berechnungen, betriebliche Einschätzungen und Handlungsempfehlungen musst du selbst erarbeiten. KI darf dich beim Strukturieren, Formulieren und Überarbeiten unterstützen. Aber sie darf nicht die fachliche Arbeit ersetzen.
Die IHK bewertet dein Denken, nicht deine Tippgeschwindigkeit. KI-Tools helfen dir, das Denken besser auf Papier zu bringen — wenn du sie richtig einsetzt.
Wichtig: Die genauen Anforderungen variieren je nach IHK. Manche verlangen Screenshots aller KI-Dialoge im Anhang, andere nur auf Anfrage. Schau in deinen Leitfaden — und im Zweifel frag direkt bei deiner IHK nach. Eine kurze E-Mail vor der Einreichung ist besser als eine Überraschung danach.
ChatGPT, Claude, Gemini — welches Tool ist erlaubt?
Alle gängigen KI-Sprachmodelle sind grundsätzlich erlaubt, solange die Nutzung dokumentiert wird. Die IHK nennt kein spezifisches Tool — sie definiert, wie du KI einsetzen und belegen musst.
Das bedeutet: Du kannst ChatGPT (OpenAI), Claude (Anthropic), Gemini (Google) oder andere Tools nutzen. Entscheidend ist nicht das Tool, sondern wie du damit arbeitest und ob du es korrekt dokumentierst.
Warum ich Claude statt ChatGPT empfehle
Ich habe meine TBW-Projektarbeit mit Claude geschrieben — und das war keine zufällige Entscheidung. Der Unterschied liegt nicht darin, was das Tool kann, sondern wie es schreibt.
Claude produziert von Haus aus präzisere, akademisch klingende Texte. Weniger Füllformulierungen, klarere Satzstruktur, stärkere Argumentationsketten. Das klingt abstrakt — macht sich aber konkret bemerkbar, wenn du einen Abschnitt zur Problemstellung schreibst und nicht drei Runden korrigieren willst, bis der Text nach einer ernsthaften Projektarbeit klingt.
Der zweite Unterschied: Instruktionstreue. Claude hält sich bei komplexen Prompts — z.B. „Schreibe Kapitel 3 im wissenschaftlichen Stil, max. 400 Wörter, mit Bezug auf die IHK-Bewertungskriterien X und Y" — deutlich zuverlässiger an alle Vorgaben gleichzeitig. ChatGPT vergisst gerne die Hälfte der Anforderungen, wenn der Prompt länger wird.
| Kriterium | ChatGPT | Claude |
|---|---|---|
| Akademischer Schreibstil | Oft zu floskelhaft | Präziser, strukturierter |
| Komplexe Prompt-Vorgaben | Teilweise ignoriert | Konsequent umgesetzt |
| Konsistenz über Kapitel | Schwankt stark | Bleibt stilistisch kohärent |
| Kostenlose Version verfügbar | Ja | Ja |
Für eine 20–30-seitige Arbeit, die du Kapitel für Kapitel aufbaust, summieren sich diese Unterschiede. Du verbringst weniger Zeit damit, KI-Output in eine lesbare Projektarbeit umzuschreiben.
Das ist auch der Grund, warum das TBW Framework auf Claude aufbaut: Die 9 Prompts sind so formuliert, dass sie die Stärken von Claude gezielt nutzen — präzise Vorgaben, die ein anderes Tool anders (und schlechter) verarbeiten würde.
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Framework sichern – 49 €Wie nutzt du KI sinnvoll in der Projektarbeit?
Die größte Falle: KI als Text-Generator benutzen. Das erkennen Prüfer. Und es hilft dir im Fachgespräch nicht weiter — du musst jeden Satz deiner Arbeit erklären können.
Sinnvoller Einsatz sieht so aus:
- Strukturierung: "Schlag mir eine Gliederung für mein Thema vor — basierend auf diesen IHK-Anforderungen." Du entscheidest, was passt.
- Rohfassung überarbeiten: Du schreibst einen Abschnitt, Claude verbessert Sprachfluss und Formulierungen. Inhalt bleibt deiner.
- Auf KI-Muster prüfen: Claude erkennt typische KI-Floskeln in Texten und ersetzt sie durch natürlichere Sprache.
- Fachgespräch vorbereiten: "Welche Fragen könnten Prüfer zu Kapitel 3 stellen?" — Claude spielt den kritischen Prüfer.
Was du nicht delegieren solltest: Deine betrieblichen Zahlen, Berechnungen, fachliche Einschätzungen und die Handlungsempfehlung. Die kommen von dir — sonst hast du im Fachgespräch ein Problem.
Wie dokumentierst du KI-Nutzung korrekt?
Drei Schritte, die du auf jeden Fall umsetzen musst:
- Kennzeichnung im Text: Abschnitte, die du mit KI-Unterstützung formuliert hast, bekommst du eine Fußnote: "Dieser Abschnitt wurde mit Unterstützung von Claude (Anthropic) sprachlich überarbeitet."
- KI-Nutzungserklärung im Anhang: Eine kurze Erklärung — welches Tool, für welche Aufgaben, was du selbst beigetragen hast. Das IHK-Merkblatt deiner IHK gibt dir oft schon ein Format vor.
- Tool im Literaturverzeichnis: Claude führst du als Quelle auf, z.B.: Anthropic (2026): Claude [KI-Sprachmodell]. claude.ai [Zugriff: TT.MM.JJJJ]
Manche IHKs verlangen zusätzlich Screenshots aller genutzten KI-Dialoge — entweder als Anhang oder auf Anfrage. Prüf das in deinem Leitfaden.
Transparenz ist hier keine Schwäche. Sie zeigt, dass du moderne Werkzeuge professionell und reflektiert einsetzt — genau das, was von einem Technischen Betriebswirt erwartet wird.
Was passiert, wenn du KI-Nutzung nicht dokumentierst?
Prüfer mit Erfahrung erkennen KI-generierte Texte an typischen Sprachmustern — bestimmte Wörter, die zu oft auftauchen, Satzstrukturen, die zu gleichmäßig sind. Das passiert nicht immer bewusst, aber es hinterlässt einen Eindruck.
Wird KI-Nutzung nachgewiesen, die nicht dokumentiert wurde, kann das als Täuschungsversuch gewertet werden. Das Risiko ist nicht wert. Dokumentiere es von Anfang an sauber — dann ist das Thema erledigt.
Fazit
KI-Tools sind für die TBW Projektarbeit erlaubt und können dir echte Arbeit abnehmen — wenn du sie richtig einsetzt. Die fachliche Leistung bleibt deine. KI hilft dir, sie besser auf Papier zu bringen.
Meine Empfehlung: Nutze Claude mit deinem IHK-Merkblatt als Wissensbasis. Dokumentiere die Nutzung von Anfang an sauber. Und delegiere nie das, was du im Fachgespräch selbst erklären musst.
Wenn du einen strukturierten Fahrplan mit fertigen Prompts für alle 9 Phasen der Projektarbeit willst, schau dir das TBW Framework an.
Häufige Fragen
Darf ich ChatGPT für die TBW Projektarbeit nutzen?
Ja. Die meisten IHKs erlauben den Einsatz von KI-Tools, verlangen aber eine transparente Dokumentation. Du musst angeben, welches Tool du genutzt hast und für welche Aufgaben. Außerdem musst du KI-Nutzung im Text kennzeichnen und das Tool im Literaturverzeichnis aufführen. Prüf die genauen Anforderungen in deinem IHK-Leitfaden.
Was ist der Unterschied zwischen ChatGPT und Claude für die Projektarbeit?
Beide sind KI-Sprachmodelle, die beim Schreiben und Strukturieren helfen. Claude bietet die Möglichkeit, eigene Dokumente als Wissensbasis zu hinterlegen — z.B. das IHK-Merkblatt oder Unternehmensinfos. Das macht die Antworten deutlich zielgenauer als bei ChatGPT ohne diesen Kontext.
Wie muss ich KI-Nutzung in der TBW Projektarbeit dokumentieren?
Drei Schritte: Erstens, KI-unterstützte Abschnitte im Text mit einer Fußnote kennzeichnen. Zweitens, eine KI-Nutzungserklärung in den Anhang einfügen — welches Tool, für welche Aufgaben, was du selbst beigetragen hast. Drittens, das KI-Tool im Literaturverzeichnis als Quelle aufführen. Manche IHKs verlangen zusätzlich Screenshots der Dialoge.
Was passiert, wenn ich KI-Nutzung nicht dokumentiere?
Prüfer erkennen KI-generierte Texte zunehmend an typischen Sprachmustern. Wird KI-Nutzung nachgewiesen, die nicht dokumentiert ist, kann das als Täuschungsversuch gewertet werden. Transparenz ist die einzig sinnvolle Strategie — sie ist auch keine Schwäche, sondern zeigt professionellen Umgang mit modernen Tools.